Citratzyklus einfach erklärt

Kurzversion:

Der Citratzyklus in den Mitochondrien ist eine Art Ladestation für körpereigene Batterien. Fällt er aus, werden wir krank. Wie pflegt man seinen Citratzyklus? Lesen Sie 10 Tipps für gesunde Energie.

Kennen Sie sich aus mit Biochemie? Nein? Ganz ehrlich: Mir geht es ähnlich. Weder Chemie noch Mikrobiologie habe ich studiert. Sobald ich mich einlese in molekularbiologische Übertragungen, fliegen mir die Elektronen nur so um die Ohren. Für besseres Verständnis suche ich einfache Bilder. So kann ich winzigste Vorgänge im Körper ganzheitlich überblicken. Ebenso halte ich es mit dem Citratzyklus.

Im Citratzyklus werden Zwischenprodukte bereit gestellt für Biosynthesen zum Anabolismus körpereigener Stoffe. Zudem werden NAD+ und FAD reduziert zu NADH und FADH2. NADH und FADH2 werden oxidiert in der Atmungskette, dadurch entsteht ATP. Zehnmal mehr ATP, als durch Glykolyse von Glukose in 2 Pyruvat. Deshalb leben wir.
Alles klar? Nein?

Der Citratzyklus als Waschsalon

Ich stelle mir vor, der Citratzyklus ist ein Berliner Waschsalon. Zahlreiche Maschinen (unsere Mitochondrien) laufen im Dauerbetrieb. In die Maschinen hinein kommt Waschpulver. Vorne in die Trommel legt man verbrauchte Wäsche. Ausgefeilte Elektronik treibt die Trommel an mit Strom über feine Riemen. Es gibt einen Abflüsse für Schmutzwasser. Die geschleuderte Wäsche kommt sauber wieder heraus, Wolle, Feinwäsche, Kochwäsche … Wenn nur eine einzige Komponente fehlt, bleibt die Wäsche schmutzig und ein ganzer berliner Kiez versifft.

Acetyl-CoA alias Waschpulver

Unser Waschpulver für unseren Berliner Waschsalon heißt Acetyl-CoA. Das Pulver ist ein Universalwaschmittel für alle Waschvorgänge. Acetyl-CoA entsteht aus vier möglichen Zutaten: Zucker, Alkohol, Fett oder Eiweiß.
Alle vier Zutaten müssen unterschiedlich aufbereitet werden, damit Acetyl-CoA entsteht. Unsere Waschpulverfabriken liegen innnerhalb der Zelle im Cytoplasma, quasi im Industriegebiet.
Wir haben vier verschiedene Fabriken für die Herstellung von unserem Waschpulver Acetyl-CoA. Die größte davon ist die Zuckeraufbereitungsanlage: Sie heißt Glykolyse.

Glykolyse als Fabrik

Durch Glykolyse wird aus Zucker bestes Power-Waschmittel. Glukose muss zur Glykolyse aus dem Blut in die Zelle hineingeschippert werden. Den Transport erledigt eine Spedition namens Insulin.
Typ-1-Diabetiker haben chronisch Personalmangel in ihrer Glukose-Spedition. Sie müssen Fahrer von Leihfirmen ausborgen. Typ-2-Diabetiker haben genug Personal, das ist aber im Homeoffice, weil die Transporter nicht durchkommen an gesperrten Grenzen.
Unsere Grenzen öffnen und schließen sich mit Chrom. Die Eingangstore der Zellwände für Glukoselieferung sind blank verchromt. Ohne Chrom kommt kein Zucker hinein. Bei einem Mangel muss man Chrom substituieren, damit die Glykolyse keine Lieferengpässe bekommt.
Der Lotse für unsere Zuckertransporter heißt alpha-Liponsäure. Typ-2-Diabetiker kurieren Neuropathien mit R-alpha-Liponsäure, sie führt Glukose hinein in die Glykolysefabrik.

Auf den Fließbändern der Glykolyse wird Glukose umgebaut in Pyruvat, daraus wird dann später unser Waschmittel Acetyl-CoA. Pyruvat entsteht mithilfe vom Enzym Pyruvatdehydrogenase, das ist der Vorarbeiter der Produktion. Als Co-Enzym braucht die Pyruvatdehydrogenase Vitamin B1, Personal am Fließband: Thiamin.
Vitamin B1 Mangel kann schnell passieren heutzutage. Thiamin Arbeiter sind sehr empfindlich. Sie oxidieren an der frischen Luft, sie hassen Hitze, ganz besonders direkte Sonne. Bei ungünstigen Bedingungen streiken sie und werden inaktiv. Personalnachwuchs darf nie ausbleiben, wir haben keine Arbeitsvermittler dafür.

In normalem Gemüse und Obst ist kaum Vitamin B1 enthalten. Man findet Vitamin B1 in frischen Nüssen und Kernen, Wurzeln und Keimen, Hefe und Bier, auch in rohem Fleisch. Essen Sie so etwas jeden Tag? Na sehen Sie, ich auch nicht. Die Substitution von Vitamin B1 bietet sich an. Bis zu 2 Gramm Thiamin pro Tag kann man durchaus einnehmen, um sein Pyruvat zu stärken.

Leider gibt es immer wieder Asis, die unsere Thiamin Arbeiter stören am Pyruvat Fließband. Sie heißen Nitroxid, diese Asis, und eigentlich sind sie nützlich. Doch in der verschmutzten Berliner Stadtluft können sie bei Hektik schnell überschießen. Dann überfallen NO Horden die Glykolyse Fabriken und stören den Ablauf. Sie machen Nitrosativen Stress. Thiamin Arbeiter flüchten sich in die Schutzkeller, die Fabriken laufen im Sparbetrieb. Dabei verzehren sie Rohstoffe, die eigentlich gebraucht werden für den Betrieb der Maschinen: Magnesium, Kalium und Zink gehen zur Neige. Um die NO Asis zurück zu drängen, brauchen wir Security: Vitamin B12 hochdosiert ist gefragt, als Methylcobalamin Einheiten. Die Fabrikspeicher müssen dann neu gefüllt werden mit Nachschub aus Magnesium, Kalium und Zink.

Unser Glukose-Waschmittel entsteht aus Pyruvat, das ist zuständig für das Acetyl. Es hat aber noch einen zweiten Bestandteil: CoA. CoA ist der Spitzname für das süße Coenzym A. Klein CoA kann nicht alleine sein, seine Vorstufe ist Vitamin B5, Pantothensäure. Vitamin B5 ist fast noch wichtiger als Vitamin B1, denn CoA wird in allen anderen Fabriken auch gebraucht, nicht nur in der Glykolyse.
Vitamin B5 als Elternteil von CoA muss überall gleichzeitig sein, es ist deshalb in fast jedem Nahrungsmittel enthalten. Sein Familienname Panto ist griechischen Ursprungs, das heißt all, jeder, überall.
Besonders viel Vitamin B5 ist enthalten in rohen Innereien und rohen Eidottern. Essen Sie so etwas jeden Tag? Nein?
Leider ist auch Pantothensäure hitzesensitiv, es geht beim Lagern und Garen viel davon verloren. Essen Sie täglich frische Rohkost? Nein? Sie sind angewiesen auf eine Kantine, und am Abend gibt´s Tiefkühlpizza?
Substituieren Sie Vitamin B5.

Es ist mitten in der Nacht. Ich sitze schlaflos am Laptop. Mein Citratzyklus ist offenbar blockiert, sonst wäre ich nicht aufgewacht nach nur drei Stunden Schlaf mit Albträumen. Ich frage mich, wie viel Sinn das ergeben soll, alle Vorstufen und Zwischenschritte vom Citratzyklus darzustellen als Berliner Waschsalon.
Ich habe Ihnen bisher nur die Entstehung von Acetyl-CoA aus Glukose erzählt. Dabei fängt der Citratzyklus mit Acetyl-CoA gerade erst an, es gibt noch drei weitere Wege zum Acetyl-CoA. Elektronik, Trommel und Riemen der Waschmaschinen sind noch viel komplizierter. So ein Artikel würde endlos lang werden. Vielleicht kürze ich die Sache einfach ab?

Nahrungsergänzung für den Citratzyklus

Wer seinen Citratzyklus auffrischen möchte, macht das mit folgenden Zutaten:

  • Vitamin B1, B2, B3, B5 und B12
  • L-Carnitin, R-alpha-Liponsäure
  • hochdosiert Vitamin C
  • NADH
  • Magnesium als Magnesiummalat und Magnesiumsuccinat
  • Kalium als Kaliumchlorid
  • Zink als Zinkhistidin
  • Chrom als Chromhefe und Chrom Piccolinat
  • Rapslecithin

Lebensmittel für den Citratzyklus

  • Naturtrüber Bio Apfelessig
  • Bierhefe
  • Bio Brokkoli und Bio Spinat
  • Bio MCT Öl
  • Beef Tatar aus Bio Freiland-Zutaten
  • Bio Kombucha
  • Intermittäres Fasten
  • Ausdauertraining, 3 x pro Woche
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