Convenience Gewürze

Wird gerne gekauft, verstehe ich nicht.

Kurzversion:

Convenience steht für Bequemlichkeit. Convenience Produkte füllen die Warenregale auch im Bioladen. Wie bequem müssen wir sein, um pulverisierte Fertiggewürzmischungen zu kaufen für zwei Portionen Nudeln oder Reis?

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Heute im Bioaden: Ich wollte die Papiertüten der Obstabteilung erreichen. Eine weitere Kundin bewegte sich zum Gewürzregal. Wir versperrten uns gegenseitig den Weg. Schließlich lachten wir. Ich schaute mir an, was die Kundin gerne kaufen wollte: Fertiggewürze – jeweils für zwei Portionen Bolognese, Nudeln, Thai-Gerichte.

Die nette Kundin schwärmte von Gewürzmischungen in höchsten Tönen. Einfach nur einrühren in das Essen, fertig. Würden toll schmecken, genau richtig. Ich las die Zutaten. Abgesehen von Reismehl, Dextrose und Stabilisatoren waren ganz normale Gewürzpulver enthalten: Sellerie, Liebstöckl, Pfeffer, Salz, Basilikum. Keine seltenen Gewürze wie Curryblätter, Sumach, Galgant oder Trüffel. Nein, einfach nur Standard einer normalen Küche!

Mir kam meine liebe Mutter in den Sinn. Sie hatte Fertigmarinade geliebt für Salat als Pulver aus dem Päckchen. Sogar sprühgetrockneter Essig war mit enthalten, dazu viel Knoblauchgranulat. Sinnigerweise bewahrte sie die Päckchen im Kühlschrank auf. So erschien es ihr gesünder.

Warum würzen wir nicht selber? Die Kundin im Bioladen erzählte, Gewürzmischungen seien perfekt aufeinander abgestimmt, so lecker würde sie selbst es gar nicht schaffen.

Ist weniger nicht mehr?

Weniger Stabilisatoren, weniger Inhaltsstoffe, weniger Verpackung? Die konservierten Gewürzmischungen aus Pulver sind ummantelt von Kartons, darin befinden sich Tütchen aus Verbundmaterial. Dabei reichen die Inhalte nur für zwei Portionen!

Zum Abendessen gab es bei mir heute Ziegenjoghurt aus dem Glas mit selbst gezogenen Alfalfasprossen, dazu ein wenig Salz und Pfeffer, auf glutenfreiem Knäckebrot. Schmeckte toll, dem war nichts hinzuzufügen. An Abfall hatte ich nur die Umverpackung vom Knäckebrot. Und selbst die wäre nicht nötig gewesen, hätte ich das Knäckebrot selbst gebacken. So schwer ist das nicht.

Gestern kochte ich Linsen. Diese kaufe ich offen in größeren Mengen und bewahre sie auf in Vorratsgläsern. Ein Flöckchen Butter in die Pfanne, angekeimte Linsen braten, Wasser dazu. Ein Zweiglein Rosmarin ins Kochwasser vom Strauch auf dem Küchentisch. Dünsten lassen. Abschmecken mit etwas Salz. Fertig. Köstlich. Oder anstelle von Rosmarin ein paar Blättchen Lorbeer. Selbst gepflückt von einem Baum im Urlaub.

Sobald ich Linsen zubereite als indisches Linsen Dal, nutze ich gerne Bockshornklee, Koriander und Schwarzkümmel. Diese Gewürze habe ich in der Küchenschublade, in wiederverwendbaren Einweggläsern abgefüllt. Im Ganzen, als keimfähige Saat, nicht als oxidiertes Pulver. Es fühlt sich für mich selbstverständlich an, eigene Gewürze nicht nur vorrätig zu haben, sondern auch zu benutzen. Niemals käme ich auf die Idee, Gewürzmischungen zu kaufen für zwei Portionen Nudeln oder Reis.

Wie geht es Ihnen mit Convenience Gewürzen? Nutzen Sie diese? Kaufen Sie Gewürzmischungen als Fertiggericht-Zugabe? Ich freue mich auf Ihren Kommentar!

Ihre Joanna

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2 Kommentare
  • Ich bin sicher dass Sie kennen die Geschichte mit dem Ei? Als Convenience Produkte in den USA bekannt geworden siend wollten die Hausfrauen nicht Backmischungen für Kuchen mit Eipulver kaufen. So Kuchen backen war vile zu einfach gewesen. Aber wenn sie ein Ei hätten aufschlagen mussten waren sie zufrieden. Die Gewürze sind Trick. Hätte man gleich Nudeln fertig gekocht machen können mit Sosse. Aber wenn die Hausfrau zumindest noch Nudeln kocht und Rest dann mit Pulver ist das weniger schlecht für ihr Gewissen.

    • Lieber Stan,
      ja, die Geschichte kenne ich. Danke für Ihren Beitrag. Hier ist ein Artikel in englischer Sprache über das Ei als Beispiel für Teilhabe des Kunden. Worin besteht der Unterschied, ob ich Hackfleisch für Bolognese mit einer pulverisierten Gewürz/Gemüsemischung brate oder vielmehr mit frischen Gemüsen und Gewürzen? Ist es wirklich so viel Mehrarbeit, eine kleine Zwiebel zu schneiden, ein paar Blätter Petersilie zu hacken und eine Knoblauchzehe zu schälen?
      Ihre Joanna

Chromosome
Neueste Kommentare
  1. Lieber Stan, ja, die Geschichte kenne ich. Danke für Ihren Beitrag. Hier ist ein Artikel in englischer Sprache über das…

  2. Liebe Petra, danke für ihren freundlichen Kommentar! Sobald Menschen durch Smartphones bzw. soziale Medien Störungen entwickeln und Suchtverhalten, wäre es…

  3. Liebe Joanna! Sie schildern eine Begebenheit mit einer (vermutlich) digitalen Nomadin. Sie haben ihre (vermutlich) Lebensgrundlage ausgeschaltet in der Nacht.…

  4. Ich bin sicher dass Sie kennen die Geschichte mit dem Ei? Als Convenience Produkte in den USA bekannt geworden siend…

  5. Lieber Carlo, das freut mich. MCT Öl macht ab und zu einen gefährlichen Eindruck, besonders am Anfang der Einnahme. Weniger…

  6. Danke, danke, danke! Dachte schon, ich muss zum Proktologen... Hatte Blut auf dem Papier. Ist aber normal am Anfang. Jetzt…

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