Das beste bio Rindfleisch aus Deutschland

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Artgerechte Haltung, bio Futter und stressfreie Schlachtung: Solches Fleisch ist schwer zu finden.
Bio-Rindfleisch vom Auerochsen - Entrecote, schön marmoriert.

Das beste bio Rindfleisch aus Deutschland? Wie kann man sich ein bundesweit bestes Rindersteak vorstellen? Wo kann man es kaufen? Bekomt man das beste bio Rindfleisch durch Direktvermarktung beim Bauern? Ist das beste bio Rindfleisch frei von Antibiotika?

In diesem Artikel stelle ich Ihnen meine Empfehlungen für das hochwertigste bio Rindfleisch vor, das ich in ganz Deutschland finden konnte.

Ist Fleisch gesund?

Macht der Genuss von Fleisch nicht krank? Sollte man rotes Fleisch essen, oder helles wie Geflügel und Fisch? Ist mageres Fleisch besser als fettes? Gesättigte, tierische Fette sind umstritten. Verursachen sie Herzinfarkt oder verhindern sie ihn? Entsteht Diabetes durch den Genuss von Fleisch, bekommt man Gicht von Fleisch?

Fleisch lässt die Gehirnzellen wachsen, heißt es. Ohne Fleisch wären wir keine Menschen geworden. Ist der Genuss von einem wöchentlichen Steak die Grundlage von Klugheit, Mut und Kraft – oder das Ende der Menschheit?

So viele Theorien rund um Fleisch kursieren im Gesundheitswesen, in Ernährungsmaximen und bei halbinformierten Smalltalks. Was ist richtig? Welche These ist wissenschaftlich haltbar? Auf wen kann man sich verlassen?

Ich bin überzeugt, dass Fleisch jeden Menschen krank und traurig macht – wenn es sich dabei um Erzeugnisse von massenweise gehaltenen Masttieren handelt. Ich denke dabei an schlechtes Futter, miese Wasserqualität, enge Ställe und verabreichte Medikamente. Ich denke aber vor allen Dingen an die Qualen und den Stress der Tiere.

Stress vergiftet jedes Fleisch

Stellen Sie sich einmal vor, wie Sie sich fühlen, wenn Sie in einer gefährlichen Situation sind: bei einem Unfall, einem aggressiven Streit, vielleicht sogar bei einem Angriff auf Ihr Leben. Die Prozesse, die in ihrem Körper ablaufen, verändern Ihren gesamten Organismus. Eine Kaskade von Hormonen schießt durch alle Körperzellen. Der Geruch ihrer Haut wird streng. Der pH-Wert sinkt, Ihr Schweiß wird sauer. Ihre Gesichtsfarbe färbt sich weißlich-blau, die Haare stehen Ihnen zu Berge. Es fühlt sich an wie eine Droge, die in Ihnen tobt.

Industriell gehaltene Tiere stehen jede Minute ihres Daseins unter Stress. Die Zeugung der Nachkommen ist erzwungen. Muttertiere werden vergewaltigt, angekettet, nach der Geburt werden ihnen die Babies genommen. Das Leben der Tiere ist schmerzhaft und traurig. Tiertransporte sind Stress. Nicht zuletzt die Schlachtung ist alles andere als stressfrei. Der Gehalt an Entzündungsparametern im Fleisch alleine durch die Stresshormone der Tötung steigt ins Unermessliche. Das Ergebnis aus einem Leben voll Stress sollen wir essen? Das ist doch widerlich! Natürlich werden wir davon krank.

Ich spüre die Qualen eines Tieres, wenn ich sein Fleisch esse. Das glauben sie nicht? Doch! Ich schwöre es Ihnen. Sobald ich ein Stück Fleisch von einem traurigen, gestressten Tier zerkaut und geschluckt habe, werde ich selbst traurig. Denn die Gefühle des Tieres werden durch biochemische Prozesse im Körperwasser gespeichert. Aufmerksame Menschen reagieren darauf.

Wie sieht es mit artgerecht gehaltenen Tieren aus, die biozertifiziert leben und gefüttert werden? Sollte man darauf vertrauen, dass Fleisch aus dem Biosupermarkt von artgerecht gehaltenen Tieren besser verträglich und gesünder für den Körper ist?

Was ist eigentlich artgerechte Haltung?

Wenn ein Wildtier bei der Jagd erlegt wird, erlebt es nur in den letzten Todesminuten Aufregung. Es führt in freier Wildbahn ein wahrhaft artgerechtes Leben. Die Ernährung des Tieres besteht größtenteils aus unveränderten bio-Zutaten aus dem Wald. Der Jäger geht vor der Tötung leise und unauffällig auf die Pirsch. Das Tier wird aus dem Hinterhalt getötet. Die Stressmomente sind nur kurz. Das Tier ist innerhalb von wenigen Minuten nach dem Schuss tot. Das Fleisch bleibt unbelastet von Stesshormonen. Solche Nahrung vertrage ich problemlos, fühle mich nach dem Verzehr fröhlich und fit.

Wie soll man sich ein artgerechtes Leben von Rindern in Deutschland vorstellen? Artgerecht würde bedeuten, dass die Tiere nicht eingesperrt sind. Dass sie ganzjährig im Freien leben. Dass sie sich frei bewegen und frei fortpflanzen dürfen. In Herden mit Sozialstruktur und Kälbchenaufzucht. Dass sie – wie früher – von leise anpirschenden Jägern aus dem Hinterhalt getötet werden. Es gibt aber keine wilden Rinder mehr in Deutschland. Dafür gibt es keinen Platz.

Artgerechte Haltung und bio-Zertifikate sind keine Garantie für gesundes Fleisch

In der deutschen Viehwirtschaft setzt man zunehmend auf Versprechen und Siegel. Gutes Futter, Auslauf, wenig Medikamente und nicht zuletzt Bio-Zertifikate versprechen Fleisch, das keine gesundheitlichen Probleme verursacht. Doch auch ein strenges Demeter-Siegel reicht nicht, um stressfreies Fleisch zu garantieren. Auch bei der zertifiziert artgerechten Haltung ist die Fortpflanzung kontrolliert. Auch dann wird das Tier vor seinem Tod in einen Transporter verladen und muss stundenlang um sein Leben zittern, bevor es beim Metzger geschlachtet wird.

Die Schlachtung der von der Weide geführten Tiere dauert viel zu lang und ist belastend. Es ist keinesfalls artgerecht, ein Tier aus der Herde zu zwingen, es in einen Transporter zu quetschen, auf einer rumpelden Straße zu transportieren und stundenlang im Schlachthof einzusperren, bevor das Tier getötet wird. Das ist viel zu viel Stress, und der Todeskampf dauert viel zu lang, um daraus gutes Fleisch zu bekommen.

Stressfreie Schlachtung, gutes Fleisch

Die einzige Möglichkeit, annähernd artgerechtes Fleisch zu produzieren, ist die ganzjährige Freilandhaltung in einer Herde mit Weideschuss. Nur der Weideschuss garantiert, dass ein Tier so gut wie keinem Stress ausgesetzt wird, bevor es stirbt. Die Herde wird davon kaum beeinträchtigt. Das Tier stirbt innerhalb seiner Sozialstrukturen noch auf der Weide, das Fleisch bleibt frei von Adrenalin. Bessere Fleischqualität kann man nicht bekommen. Doch die Hürden für die Zulassung von Weideschuss-Schlachtung sind enorm hoch.

Besserfleisch – Eine unzufriedene Kundin hilft sich selbst und anderen

May-Britt Wilkens kann ein Liedchen singen von den Problemen, auf die man stößt, wenn man Fleisch aus Weideschuss-Schlachtung kaufen möchte. Sie erkannte, wie schwierig es für sie als Konsumentin ist, gutes Rindfleisch zu bekommen. So gründete sie das Internet-Label Besserfleisch. Über das Netz ordern Kunde in terminierten Bestellrunden die Fleischpakete, die sie brauchen. Sobald genug Bestellungen eingegangen sind, wird ein ausgewähltes Tier geschlachtet. Das Fleisch wird vom Metzger vorbereitet und anschließend gekühlt verschickt.

May-Britt hat bei der Auswahl ihrer Landwirte wirklich auf alles geachtet: Die Rinder können das ganze Jahr auf der Weide sein. Sie wachsen gewaltfrei auf und können ihre Kälbchen aufziehen. Die Höfe geben ökologisches, natürliches Futter im Winter. Die Besserfleisch-Partner bieten zuverlässigere Qualität, als ein Biosupermarkt jemals ermöglichen könnte. Auch die Transportwege zum Metzger berücksichtigt May-Britt: Kurz sollen sie sein. Manch ein Metzger lässt die Tiere auch über Nacht in einer Schlafbox, damit sie sich nach dem Transport beruhigen können. Doch bisher hat May-Britt keinen einzigen Hof gefunden, der ihr Fleisch aus Weideschuss-Schlachtung liefern kann. Die gesetzlichen Auflagen dafür sind verdammt hoch.

Meine Suche nach dem besten Rindfleisch aus Deutschland

Es gibt sie, die Höfe, die wahrhaft artgerechte Tierhaltung und Weideschuss von Rindern garantieren. Man muss nach ihnen suchen wie nach der Nadel im Heuhaufen. Bisher habe ich zwei Betriebe entdeckt, die solches Fleisch anbieten. Der Zufall hat mich dabei an der Hand genommen. Die Geschichten über Intrigen, Verbote und gesetzliche Auflagen für Weideschuss-Schlachtung klingen nach einem Wirtschaftskrimi. Sobald ich mindestens drei Anbieter gefunden haben werde, werde ich Ihnen diese Betriebe vorstellen. Die Stories rund um Weideschuss-Auflagen sind lesenswert. Und ich werde Ihnen davon vorschwärmen, wie das Fleisch geschmeckt hat, das man mir serviert hat …

Beitragsbild: Entrecote vom Eidertaler Auerochsen, präsentiert von Weideland

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