Kollagen zum Trinken aus Knochensuppe gegen Schmerzen

Kurzversion:

Bei Gelenksproblemen oder faltiger Haut gibt es kein besseres Therapeutikum als Kollagen. Gewonnen aus hochwertigen Tierknochen (Suppe) kann Kollagen Schmerzen lindern, Knochenaufbau unterstützen und die Haut glätten. Wie findet man die besten Knochen und wie kocht man gute Knochensuppe?

Knochenbrühe will ich kochen. An meinem Kniegelenk wird eine entzündliche Verschattung entdeckt im MRT. „Alterserscheinung“ nennt mein Radiologe diesen Fleck.
Mein Orthopäde hatte den Blick in mein Gewebe verordnet. Mich plagen wiederkehrende Schmerzen im Knie bei längerer Belastung. Physiotherapie soll ich machen, moderaten Sport versuchen, schlimmstenfalls Schmerzmittel einnehmen.

„Was ist mit Ernährung?“ Der Orthopäde weiß keinen Rat. Ich erinnere mich an Gerüche meiner Kindheit. Ein naturheilkundlich versierter Allgemeinarzt hatte meiner Mutter Knochensuppe gegen Gelenkschmerzen empfohlen. Würziger Duft von Kalbsknochenbrühe wehte wöchentlich durch unsere Wohnung. Vielleicht ist ihr Rezept ein Geheimtipp gegen meine Beschwerden?

Kollagen ist Hauptbestandteil von Knochensuppe. Wenn man Tierknochen lange genug kocht, löst ihr stabiles Bindegewebe sich in Wasser. Hydrolyse nennt man diesen Vorgang. Gewachsenes, ungekochtes Kollagen ist nicht essbar. Erst als Suppe erscheint es aufgeschlossen in essbare Peptide. Peptid-Bindungen sind die Grundlage unserer Knochenbrühe.

Sobald gute Knochenbrühe auskühlt, wird ihre Konsistenz gallertartig. Ausgekochte Aminosäuren werden zu Gelatine. Gelatine können wir verstoffwechseln als Knochen- und Knorpelbaustoff. Ganz nebenbei soll Gelatine gegen Hautalterung helfen. Nicht, dass ich damit ein Problem hätte, aber schaden kann es sicher nicht, Kollagen zu trinken um Falten vorzubeugen.

Nicht nur Knochen und Knorpel bestehen aus Kollagen. Bindegewebe wie Haut, Sehnen und Bänder sind fest und straff, durch Kollagenfasern mit großer Festigkeit.
Also her mit Mamas Knochensuppe! Das wäre doch gelacht, wenn ich meine Schmerzen nicht wegtrinken könnte mit flüssigem, selbst ausgekochtem Kollagen! Kalbsknochen soll ich verwenden, da sich in Knochen Schadstoffe ansammeln. Kälber sind weniger belastet als Rinder, rät meine Mutter.

Beim Fleischwarenhändler frage ich nach bio-Knochen vom Kalb. Der Fleischer hat Schwierigkeiten mit meinem Wunsch. Alleine bio-Kalb ist nicht leicht zu bekommen. Aber dann gleich Knochen? Abfall vom bio-Kalb? Das ist eine unlösbare Aufgabe für den armen Mann, er kann mir damit nicht helfen.

Rinderknochen hat der Fleischwarenhändler im Angebot, sogar mit gutem Suppenfleisch. Allerdings nicht bio. Genaugenommen ist die bio-Qualität bei Rinderknochensuppe weniger bedeutend, denn Antibiotika und andere Medikamente werden durch langes Kochen beinahe vollständig abgebaut. Nicht jedoch Schwermetalle. Auch Pestizide gehen in die Suppe über. Medizin sollte man folglich aus Knochen von gesunden Tieren aus Weidehaltung herstellen.

Der Fleischer hat eine Idee: „Ick könnte Ihnen Knochen vom Neuland-Roastbeef geben. Die lassn die Kunden imma da“. Roastbeef ist ein Rückenstück, der Teil zwischen Hochrippe und Hüfte. Man schneidet daraus Rumpsteak oder eben Rinderbraten. Die Wirbelknochen will niemand. Die verkocht er selber zu Soßen und Fonds für sein kleines Bistro. Ich bin begeistert. Im Rückenmark ist besonders viel Phosphatidylserin enthalten. Es ist Baustein von Zellwänden. Studien zufolge soll die Einnahme von Phosphatidylserin die Konzentration fördern, gegen Demenz helfen und sogar Cellulitis mindern. Perfekt. Ich nehme ein Kilo Knochen.

Knochensuppe kochen ist kinderleicht: Man nehme einen großen Topf. Man lege beliebig viele Knochen egal welcher Sorte hinein. Man bedecke die Knochen mit kaltem Wasser, das man zur Verfügung hat (ich verwende Lauretana Mineralwasser). Nach Belieben einen Schuss Apfelessig, Pfeffer, Wacholder oder Koreanderkörner beigeben. Einmal kurz aufkochen, bei kleiner Hitze zugedeckt mindestens acht Stunden lang köcheln lassen – fertig.

Knochen-Kollagen soll auf natürlichem Wege zum Hydrolysat werden. Man kann die Suppe länger kochen als acht Stunden. Man kann sie auch vierundzwanzig Stunden lang auf dem Herd lassen. TCM Rezepte empfehlen sogar Kochzeit von drei Tagen oder mehr. Je länger, desto brüchiger werden die Knochen. An den sterblichen Überresten nach dem Kochen kann man erahnen, wie fortgeschrittene Osteoporose aussieht.

Wie kann ich Brühe kochen mit meinem hektischen Alltag vereinbaren? Einfach weggehen, trotz köchelnder Suppe am Herd? Ich versuche es – und habe keine ruhige Minute mehr. Horrorvisionen von Feuerwehr in meiner Wohnung plagen mich. Reumütig kehre ich zurück an den Herd. Es ist nichts passiert. Glück? Eine Wiederholung wage ich nicht.

Ich entscheide mich für langsames Auskochen der Knochen über Nacht. Gegen 20:00 Uhr stelle ich den Suppentopf auf den Herd. Um 22:00 Uhr kontrolliere ich den Wasserstand der Suppe. Dank niedriger Hitze ist kaum Wasser verdampft. Ich stelle den Wecker auf 02:00 Uhr nachts. Ein verschlafener Kontrollblick zeigt: Alles in Ordnung. Bis 06:00 morgens köchelt die Suppe weiter. Ich erwache vom Geruch kräftiger Rinderknochensuppe.

Zum Frühstück gibt es gebratene fermentierte Radieschen, mit Suppe aufgegossen, von kräftiger Vitamin C reicher Petersilie durchzogen. Ich würze meine Frühstückssuppe mit unraffiniertem Alpensalz. Es schmeckt köstlich. Nach zwei Tassen bin ich satt, fit und frisch. Die fertige Brühe fülle ich in luftdichte Gläser. Im Laufe einer Woche trinke ich jeden Tag Knochenbrühe, die ich mit Gemüse, Kräutern und Gewürzen individuell aromatisiere. Ob meine Gelenkschmerzen davon wohl weggehen werden?

Täglich Knochensuppe ist zu viel des Guten. Ich bekomme nach einer Woche mit täglicher Suppenportion gichtartige Schmerzen in Muskeln und Gelenken. Glücklicherweise klingen sie schnell wieder ab. Ich finde einen guten Rhythmus, trinke jeden dritten Tag eine Tasse Suppe. Das scheint die richtige Dosis zu sein – ich fühle mich schmerzfrei und fit.

Die Kur hat geholfen: Meine Haut ist glatt wie Seide. Die Schmerzen im Knie sind abgeklungen. Energetisch fühle ich mich, wie frisch aufgeladen. Sogar meine Haare fühlen sich kräftiger an. Einmal pro Woche Trink-Kollagen aus selbst gemachter Knochensuppe herzustellen ist nicht schwer. Es ist aber aufwändig. Die lange Kochzeit bindet mich an die Wohnung, sie hindert am Weggehen. Nach mindestens zwölfstündiger Garzeit riecht die ganze Wohnung nach Suppe. Es ist Winter, das Küchenfenster kann wegen der Kälte nicht lange geöffnet bleiben. Gerade jetzt brauche ich Brühe wie Medizin, denn Knochensuppe wirkt entzündungshemmend. Gibt es einen anderen Weg, hochwertiges Kollagen zu trinken?

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3 Kommentare
  • Zum Kochen der Brühe empfehle ich einen Slow Cooker oder einen Multifunktionskocher/ Instant Pot o.ä. Bei dem schließt man den Deckel sicher, stellt ihn auf niedriger Temperatur ein und kann die Zeit vorgeben. Dann kann man seiner Wege gehen. Das Gerät geht nach Beendigung in den Stand-By Modus. Alles gut.

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