Nahrungsergänzungsmittel sind sinnvoll

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Lassen Sie sich nicht verunsichern! Informieren Sie sich!

„Nahrungsergänzungsmittel sind nicht sinnvoll“. Diese Kernaussage war jüngst in einem Dokumentarfilm auf ARTE zu lernen. Geprüft wurde, ob man Vitamine lieber aus Nahrung oder Tabletten zu sich nehmen sollte. „Ernähren Sie sich gesund, dann brauchen Sie keine extra Vitamine“ lautete die Botschaft dieses Films.

Müssten wir Menschen also gesund sein allein durch unsere tägliche Nahrung? Wenn wir krank werden, machen wir dann etwas falsch? Haben wir vielleicht zu oft in der Kantine von unserem Betrieb gegessen? Hätten wir mehr Brokkoli zu uns nehmen sollen? Oder doch nur noch bio Qualität kaufen und selber kochen sollen?

Nahrungsergänzungsmittel retten Leben

Aus eigener, langjähriger Erfahrung kann ich Ihnen versichern, dass gesunde Ernährung heutzutage nicht ausreicht, um Krankheiten zu vermeiden. Ich habe zahlreiche ärztlich begleitete Tests durchführen lassen. Selbst hochwertige bio-Lebensmittel können die Anforderungen des menschlichen Organismus an die heutige Gesellschaft nicht bedienen. Ich ernähre mich schon seit Jahren fast ausschließlich von Lebensmitteln aus zertifziert biologischem Anbau. Die Auswahl der Nährstoffe ist präzise auf meinen individuellen Metabolismus abgestimmt. Ich verzichte weitestgehend auf Allergene und Schadstoffe. Dennoch bin ich auf tägliche Nahrungsergänzungsmittel angewiesen. Vergesse ich darauf, werde ich müde im Kopf. Die Psyche rebelliert. Der Stoffwechsel arbeitet nicht  mehr richtig. Das Immunsystem kommt durcheinander.
Worauf ich persönlich achte, was ich auch Ihnen sehr ans Herz legen kann, fasse ich in den folgenden Kapiteln für Sie zusammen.

Nahrungsergänzung mit B-Vitaminen

1) Vitamin B12

Vitamin B12 ist vieldiskutiert als Vitamin, an dem Mangel herrschen könnte. Denn angeblich können wir dieses Vitamin nicht selbst herstellen im Körper. Insbesondere Veganer werden angehalten, Vitamin B12 zu substituieren.

Früher konnten wir Menschen Vitamin B12 selbst im Körper erzeugen. Wir brauchen dafür bestimmte Bakterien, die über ihren Stoffwechsel Cobalt aus frischem Gemüse in Vitamin B12 umsetzen. Leider fehlen uns desinfiziert westlichen Zivilisationen ebendiese Bakterien. Auch ist unsere Nahrung nicht länger reich an Cobalt. Wir müssen Vitamin B12 also über reichhaltige Nährstoffe aufnehmen.

Vitamin B12 ist in tierischen Produkten enthalten, heißt es. Fleisch, Innereien, Milchprodukte sollen wir verzehren. Leider reicht diese B12 Empfehlung nicht sehr weit. Wussten Sie, dass heutzutage schon Stallkühe Vitamin B12 als Nahrungsergänzungsmittel bekommen?

Um Vitamin B12 herstellen zu können brauchen auch Kühe im Magen entsprechende Bakterien. Vitamin B12 wird im Pansen der Kühe aus cobalthältigem Gras gewonnen. Stallkühe hingegen können kein B12 mehr herstellen, die mit künstlichem Kraftfutter und Antibiotika gefüttert werden.

Wie soll also das wichtige Vitamin B12 in Fleisch und Milch kommen? Ganzjährige Weidehaltung ohne Antibiotika ist die Grundvoraussetzung. Doch nicht einmal bio-Zertifizierung von einem Produkt garantiert so eine Haltung.

Wer keine tierischen Produkte isst, wer keine passenden Bezugsquellen findet, wer nicht die Zeit hat für gezielte Suche nach hochwertigen (regionalen) Produkten, oder wer sie sich schlichtweg nicht leisten kann, sollte die Nahrungsergänzung mit Vitamin B12 in Betracht ziehen.

Nahrungsergänzung mit Vitamin D

Haben Sie schon einmal ihren Vitamin D Status im Blut testen lassen? Aktives Vitamin D im Verhältnis zum Vitamin D im Speicher sagt viel aus über Ihre Energieversorgung!

Unsere Lebensweise zwingt uns zunehmend in Innenräume. Unsere Haut wird weniger Sonnenlicht ausgesetzt als früher. Dabei ist unsere angeborene Pigmentierung evolutionär festgelegt: Die Haut von Menschen in Mitteleuropa ist wegen der eher geringen Sonneneinstrahlung hell geworden. Wenn wir uns bei dem vorhandenen Licht in unseren Breiten den ganzen Tag unter freiem Himmel aufhalten, verhalten wir uns artgerecht.

Das berühmte Sonnen-Vitamin D wird unter kräftiger Sonneineinstrahlung vom Körper hergestellt. Nur Landarbeiter, Dachdecker oder Straßenbauer bekommen noch genug Licht. Vitamin D Mangel ist die Folge unserer Dienstleistungsgesellschaft. Ich kenne niemanden mehr in meinem Bekanntenkreis, der keinen Vitamin D Mangel hat.

Wir sollen unseren Vitamin D Bedarf über unsere Ernährung decken, heißt es. Vitamin D ist in tierischen Produkten enthalten. Doch wie sollen unsere Stalltiere Vitamin D bilden? Sie bekommen ja auch keine Sonne mehr!
Die Alternative zum Lebersmoothie von Tieren aus Weidehaltung ist teurer Lebertran von fetten Fischen aus Wildfang. Idealerweise direkt aus dem Meer. Doch die können Schwermetallbelastet sein – siehe Kapitel „Nahrungsergänzung gegen Umweltgifte“.
Gemüse enthält nur wenig pflanzliches Vitamin D. Veganer bräuchten zehn Avocados pro Tag als Ausgleich von einem Mangel.

Ist es nicht sinnvoller, Vitamin D Tabletten nach erfolgtem Status-Bluttest als Nahrungsergänzung richtig dosiert einzunehmen?

Vitamin D steuert zahlreiche Funktionen in unserem Körper. Nicht zuletzt dient es der Aufnahme oder der Ausscheidung von Kalzium und Phosphat. Bei einem Vitamin D Mangel kommt es zu massiven Störungen im Energiehaushalt. Achten Sie also darauf, dass ein Vitamin D Mangel bei Ihnen erst gar nicht entsteht!

Nahrungsergänzung mit Elektrolyten

Kalzium, Magnesium, Kalium und Natrium sind essentielle Bausteine des Lebens. Sie dienen als Baustoffe für unsere Nerven. Die Signalübertragung von Zelle zu Zelle läuft über Elektrolyte ab. Das Herz wird in seinem Rhythmus von Elektrolyten dirigiert. Auch die Energiebalance aller Körperzellen ist abhängig vom steten Ionen-Strom über die Kanäle der Zellmembranen. Können unsere lebenswichtigen Elektronendonatoren über die Nahrung ausreichend aufgenommen werden? Nicht zuletzt ist ihre Bioverfügbarkeit ausschlaggebend für die Aufnahme in den Körper. Liegen die Baustoffe in organischer Form vor? Wenn ja, in welchem Umfang erreichen sie unseren Stoffwechsel? Reicht unsere tägliche Ernährung aus für die lebensnotwendige Versorgung?

Wenn wir trotz bewusster Ernährung unter Muskelkrämpfen, Knochenschwund oder Energiemangel leiden – sollten wir nicht die tägliche Substitution von Magnesium, Kalzium, Natriumverbindungen oder Kalium in Erwägung ziehen?

Nahrungsergänzung mit Spurenelementen

Mangan, Selen, Zink, Molybdän, Eisen … all diese wichtigen Spurenelemente sollten aus Obst und Gemüse kommen. Oder indirekt von Tieren, die diese Elemente über ihr Futter aufnehmen. Doch woher bekommen Pflanzen ihre Spurenelemente? Gemüse zieht Elemente aus Erde und Wasser. Wo wächst unser Gemüse heute? Auf ausgelaugten Feldern in Monokulturen. Die Wasserqualität ist fraglich. Welche Spurenelemente erwarten wir von solcher Nahrung? Nicht einmal die besten Biofelder Deutschlands mit Demeter-Schutz enthalten ausreichend Selen, um den Gesamtbedarf des menschlichen Körpers zu decken. Selenmangel hemmt die Entgiftungsfunktionen des Körpers. Ein Teufelskreis bei zunehmender Umweltbelastung. Denn parallel zum Verlust von authentischer Nahrung leiden wir zunehmend an Vergiftungen.

Nahrungsergänzung gegen Umweltgifte

Angenommen, Sie versuchen, Ihren Vitamin D Mangel zu decken durch fette Fische. Dann haben Sie bald ein weiteres Problem: Frische Fische aus dem Meer enthalten zunehmend Arsen und Quecksilber. Unsere Ozeane sind schwermetallbelastet. Unser Körper verliert Selen durch Arsen. Essentielle Spurenelemente wie Eisen, Kupfer und Zink werden von Quecksilber verdrängt.

Umweltgifte umgeben uns allgegenwärtig: Abgase, Konservierungsstoffe, Terpene, Acrylate, Lösungsmittel, Pestizide … die Liste wird immer länger. Unsere Körper müssen Schadstoffe entgiften können. Dafür brauchen wir große Dosen Vitamine und Spurenelemente. Diese binden Schadstoffe, damit wir sie über unsere Entgiftungsorgane ausleiten können.

Nicht einmal Lebensmittel in bester Bio-Qualität enthalten genug Vitamine und Spurenelemente, um der Vergiftung unserer Organe vorzubeugen. Mit täglichen Umweltgiften hat unsere Evolution nicht gerechnet. Irgendwann sind unsere Speicher erschöpft. Gifte lagern sich an in Organen, Muskeln und im Fettgewebe.

Zur Ausleitung von Schwermetallen brauchen wir entgiftende Chelatbildner wie Schwefel, entgiftende Mineralerde oder vitaminreiche Algen als Nahrungsergänzung.

Nahrungsergänzung bei bio-Ernährung

Im Bio-Anbau verbietet der Gesetzgeber Pestizide. Erlaubt hingegen ist der Einsatz von Kupfer als Insektenvertilgungsmittel. Kupfer ist ein wichtiges Spurenelement für den Körper. Doch auch hier gilt. Die Dosis macht das Gift. Zu viel Kupfer schädigt die Nerven, kann Psychosen auslösen. Die Symptome einer Kupferbelastung reichen bis zur Schizophrenie. Chelatbildner müssen zum Einsatz kommen, um eingelagerte Kupfer-Depots auszuleiten. Schwefelverbindungen eignen sich dafür. MSM oder Glutathion können bei einer Ausleitungstherapie helfen.

Nahrungsergänzung bei Stress

Auch Stress verbraucht Vitamine. Nach einem anstrengenden Tag mit Meeting, zehn aufreibenden Telefonaten und einem Streit mit dem Vorgesetzten sind unsere Vitaminspeicher aufgezehrt. Wir haben eine Säbelzahntiger-Familie erledigt. Unser Gehirn hat große Energiemengen verbraucht! Je mehr wir uns aufgeregt haben, desto dringender müssen wir Vitalstoffe nachfüllen. Womit sollen wir das schaffen? Mit instant-Müsliriegeln aus dem Päckchen? Stärkende Öle, beispielsweise MCT Öl, können als Nahrungsergänzung helfen. Dazu Antioxidantien und Radikalfänger wie OPC, Resveratrol und Vitamin C.

Nahrungsergänzung für den Darm

In unserer desinfizierten Sagrotan-Gesellschaft gelten „Keime“ als Krankheitserreger. Wir machen sie durch Reinigungsprodukte in unserem Alltag zunichte. Unsere tägliche urbane Nahrung enthält auch keine gesunden Bakterien mehr. Denn die allseits diskutierten „Keime“ lassen Lebensmittel reifen – sie sind dann nicht sehr lange haltbar. Wir verzehren also Lebensmittel mit Konservierungs-Stoffen. So desinfizieren wir uns innerlich. Zudem werden Antibiotika als Medikament gerne und häufig verschrieben gegen Krankheiten, die auch anders hätten kuriert werden können. Wir machen uns unser Mikrobiom systematisch kaputt. Fehlen uns Bakterien, können wir sie über einen normalen, urbanen Alltag nicht mehr aufbauen.

Unser Mikrobiom ist ein eigenes Organ. Es besteht aus Abermillionen Bakterien. Wir hüten eine Vielfalt von „Keimen“ in uns, ohne die wir nicht lebensfähig sind. Das gestörte Mikrobiom führt zu einer Vielzahl von Krankheiten, körperlich ebenso wie psychisch. Zahlreiche dieser Krankheiten werden heutzutage noch nicht einmal im Ansatz dem kranken Mikrobiom zugeordnet. Lieber therapiert man ihre Symptome mit teurer Arznei.

Ich achte täglich darauf, „lebendige“ Nahrung zu mir zu nehmen. Wenn ich kann, kaufe ich Rohmilch-Produkte aus Heumilch. Ich integriere fermentierte Lebensmittel in meinen Speiseplan. Zusätzlich esse ich gerne Rohkost aus bio-Anbau. Ballaststoffe als Nahrung für meine guten Bakterien füge ich den Speisen bewusst hinzu. Doch das reicht nicht. Wann immer ich  mein Mikrobiom diagnostisch untersuchen lasse, tun sich Mängel oder Dysbalancen auf.

Ist es nicht sinnvoll, das Mikrobiom gezielt durch passende Probiotika in Nahrungsergänzungsmitteln zu unterstützen?

Fazit zu Nahrungsergänzung

In welchem Jahrhundert haben wir unsere evolutionären Fähigkeiten für natürliche Gesundheit verloren? Unsere Großeltern und Urgroßeltern hatten auch schon Mängel. Die Psychiatrien im frühen zwanzigsten Jahrhundert kannten die Nahrungsergänzung: Sie verordneten ihren Patienten den Genuss von roher Rinderleber gegen Depression. Leber von Weiderindern enthält viel Vitamin B12.

Unser Leben im Einundzwanzigsten Jahrhundert bietet uns nicht die reichhaltigen Nährstoffe, die unsere Vorfahren zur Verfügung hatten. Gleichzeitig schreitet die gesellschaftliche Evolution rasant voran. Wir können über rein natürliche Ressourcen nicht mithalten. Nahrungsergänzungsmittel werden zunehmend unvermeidbar.

Vor der Einnahme von Vitaminen, Probiotika und Spurenelementen sollte man jedoch genau wissen, was man tut. Suchen Sie nach Nahrungsergänzung mit Reinsubstanzen. Vermeiden Sie Zustätze und Farbstoffe. Kaufen Sie keine Billigprodukte im Internet, vertrauen Sie lieber auf zuverlässige Marken in Apothekenqualität.

Informieren Sie sich! Belesen Sie sich! Überprüfen Sie Blut, Stuhl und Urin in regelmäßigen Abständen. Mit etwas Glück finden Sie gute Umweltärztinnen oder Allergologen, die Sie begleiten.

Die Verantwortung für Ihre Gesundheit liegt nicht bei Politikern, nicht bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und nicht bei Ihrem Lebensmittelhändler. Seien Sie Ihrer eigenen Gesundheit Schmied. Wenn das bedeutet, dass Sie täglich Vitamin B12 hochdosiert zu sich nehmen, dazu Probiotika, Vitamin D und Mineralstoffe nach Bedarf, dann ist das sinnvoll und gut.

Kommentare(2)

  • holger
    22. November 2018, 14:52  Antworten

    Hallo,

    ich möchte noch darauf hinweisen, dass Vitamin D3 immer in Kombination mit Vitamin K2 kombiniert werden sollte.
    Eine gute Erklärung findet ihr hier:
    https://www.vitamind.net/vitamin-k/

    Viele Grüße

    • Chromosome
      23. November 2018, 14:30

      Danke sehr – ein feiner Artikel über ein wichtiges, oft vergessenes Nahrungsergänzungsmittel!

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